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Beesenstedt

Bis zur Neubildung der Einheitsgemeinde Salzatal am 1. Januar 2010 war Beesenstedt eine selbständige Gemeinde. Zur Ortschaft gehören außerdem Naundorf, Schwittersdorf und Zörnitz.


Von Bisin, Bisenstede und germanischen Stämmen

Der Name Beesenstedt (Bisinstede), ebenso wie Bösenburg (Bisingburg) und Beesenlaublingen weisen auf Thüringerkönig Bisin(o) hin.

Bereits Bisin I. verlegte seine Hauptresidenz aus dem Gebiet um Erfurt in die Nähe von Eisleben. Der Name Bisin oder Besino leitet sich vom altgermanischen (nordischen) ,,bisa" ab und bedeutet soviel wie ,,wild, alle Kräfte aufbietend, losstürmen".

Verschiedene germanische Stämme siedelten hier, es folgten Sachsen, Schwaben. Nach der entscheidende Schlacht zwischen Thüringer und merowingischen Franken an der Unstrut 531 n. Chr., wird die Region fränkisch.

Zwischen den geschichtsreichen Dörfern Hedersleben, Polleben, Friedeburg und Fienstedt liegt der Ort Beesenstedt, das alte Bisinstede (1144 Bisenstide). Lage und Entstehung dieses Ortes sind durch zwei sich hier kreuzende uralte Straßen bedingt: der sogenannte Königsstieg (!), der aus dem südlichen Nordthüringen kommend zu den altthüringischen Königsgütern im Fleischbachtal, und zwar nach Königswiek führt, stößt hier auf den Landweg Eisleben-Hedersleben-Wettin. In Lehnsbriefen wird auch von einer Mark Beesenstedt als eine besondere Dorfstätte berichtet. Beesenstedt ist demnach die Stätte eines Bisin, der auch in der Nähe eine nach ihm benannte Burg (Bösenburg) hatte, eine Burg (wie auch die sog. Klotzeburg und die ehemalige Burg in Salzmünde) zum Schutz gegen die Westslawen, die von den Germanen verlassene ostsaalische Gebiet besetzt hatten und nicht weiter gegen Westen vordringen sollten.


Die Schlacht bei Beesenstedt

Die Schlacht bei Beesenstedt Jahren am 28.Oktober 1263 besiegelt das Ende des Thüringer Erbfolgestreites zwischen Sophie von Brabant und Heinrich dem Erlauchten von Wettin, der Kampf um das Erbe der Ludowinger by einem dorffe geheisen "viclin by deme wasser der elster". 750 Jahre später wurde nun ein Gedenkstein im Soldatengrund aufgestellt.


März 1921 – Noch eine Schlacht am sog. Soldatengrund

Am 01.April 1921 fand das letzte Gefecht von Max Hoelz und seiner Truppe statt.

Der offizielle Regierungsbericht meldete darüber:
»Die von zwei Seiten bei Beesenstedt gestellten Banden, die sich inzwischen auf etwa 500 Kämpfer verstärkt hatten, verloren im Gefecht, das sich nunmehr entwickelte, ihre gesamte Gefechtsbagage (31 Fahrzeuge), sowie fast restlos ihre Waffen (5 Maschinengewehre, 6 Maschinengewehrpistolen, 150 Gewehre, einen Panzerkraftwagen, einen Lastkraftwagen und zwei leichte Minenwerfer). Der Gegner verlor hierbei 18 Tote und 19 Gefangene, die teilweise verwundet waren. Auch hier hatte Hoelz persönlich geführt, unterstützt von Schneider. Eine Anzahl Aufrührer entkamen über die Saale. Sechzig von ihnen wurden am anderen Tage durch die anhaltische Schutzpolizei an der preußischen Grenze bei Unterpreisen gefangen genommen, vierzig andere wurden in der Gegend von Löbejün festgenommen.«


Der Mordgrund bei Beesenstedt

Im 18. Jahrhundert stritten sich zwei Schäfer um die fruchtbaren Weidegründe, wobei einer sein Leben lies. Heute wachsen auf selbigen Boden sehr aromatische Aprikosen und anderes Obst.


Schloss Beesenstedt


Schloss Beesenstedt
1895 nach Entwürfen von Reinhard Knoch und Friedrich Kallmeyer erbauter Herrensitz für die Familie Nette (bis 1947), deren Vorfahren auf den deutschen Dichter Friedrich Gottlob Klopstock zurückgehen. 1915 wurde das Schloss ausgebaut, vermutlich von Paul Schultze-Naumburg. Im Jahr 1921 wurde es im Zuge der Märzkämpfe in Mitteldeutschland durch Max Hoelz geplündert. In der Nachkriegszeit nutzte die Zentrale FDGB-Schule „Otto Schlag" die mehr als 100 Räume des Schlosses und nach dem Ende der DDR stand das Gebäude bis 1996 leer. Heute ist es in Privatbesitz, Ort kultureller Veranstaltungen, Drehort, Feste.

Wasserturm


Der alte Wasserturm ist mit den Jahren ein Wahrzeichen von Beesenstedt geworden.

Taubenturm


Taubenturm
Im Hof des zum Teil 500 Jahre alten Pfarrhauses befindet sich ein Taubenturm (ca. 130 Jahre alt), Neubau des Taubenhauses 1984/85 nach dem Original.

Gedenkstein für die Schlacht von Beesenstedt 1263


Anlässlich des 750.Jahrestages der Entscheidungsschlacht im Thüringer Erbfolgekrieg im sog. Soldatengrund bei Beesenstedt wird dort am 27. Oktober 2013 ein Gedenkstein aufgestellt.